Oktober 2021

Offizieller Startschuss für das Projekt DigitalSOW

Im Sommer 2021 erhielten sechs Verbundpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft den Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für den Aufbau und Betrieb eines digitalen Testfeldes an der Spree-Oder-Wasserstraße (SOW). Das BMVI fördert das Projekt DigitalSOW im Rahmen der Förderrichtlinie zur Entwicklung von Digitalen Testfeldern an Bundeswasserstraßen mit 4,2 Mio. Euro. Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung am 28. September 2021 in Wildau startete das Projekt DigitalSOW nun auch offiziell. Mehr als 90 Teilnehmer*innen waren vor Ort und über den Livestream dabei.

Jürgen Alberding, Geschäftsführer der Alberding GmbH in Wildau und Konsortialführer des Forschungsprojektes, dankte in seiner Begrüßung allen Unterstützern des Antrags und lobte die vorbildliche Netzwerkarbeit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Brandenburg (WFBB). „Das Projekt DigitalSOW ist ein wichtiger Meilenstein für die Digitalisierung der Wasserstraße und Automatisierung der Binnenschifffahrt in dieser Region. Die unterschiedlichen Kompetenzen der Partner sind eine gute Basis für ein erfolgreiches Projekt“, stellte Alberding fest.

In seinem Grußwort gratulierte Robert Schumann, Referatsleiter im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, dem Konsortium zum erfolgreichen Projektantrag. Die Ursache für die Herabsetzung der SOW als Nebenwasserstraße im Bundesverkehrswegeplan liegt laut Schumann in der Fehlannahme, dass Binnenschiffe aus Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen immer größer werden müssen. Schumann sieht ein großes Potenzial für kleine, intelligente und möglichst autonom fahrende Schiffseinheiten zur Ver- und Entsorgung Berlins und schlägt für die SOW die Bezeichnung „Zukunftswasserstraße“ vor.

Dr. Norbert Salomon, Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, hob in seiner Keynote die Bedeutung engagierter Digitalisierung der Wasserstraße für die Erreichung der Klimaziele und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt hervor: „Digitale Testfelder sind die Grundlage für die Erforschung und Entwicklung der automatisierten bzw. autonomen Binnenschifffahrt. Das Projekt DigitalSOW soll als zweitgrößtes Projekt dieses Förderaufrufs einen wichtigen Beitrag zur Erprobung neuer Transportkonzepte und Technologien leisten.“

In fünf Fachvorträgen der Verbundpartner wurden die Themenbereiche des Forschungsvorhabens mit ihren Herausforderungen präsentiert. Marcel Lohbeck vom Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. stellte neue Citylogistikprojekte in Paris und Utrecht vor, die auch Vorbild für die Metropolregion Berlin sein könnten. Maik Uhlemann von der Alberding GmbH veranschaulichte die Aufgaben der Leitzentrale und die geplante digitale Testfeldinfrastruktur entlang der Wasserstraße. Tim Holzki vom Fachgebiet Entwurf und Betrieb Maritimer Systeme an der Technischen Universität Berlin vermittelte einen Eindruck vom Versuchsträger, der im Rahmen des Projektes konstruiert, gebaut und erprobt werden soll. Dr. Ralf Ziebold vom Institut für Kommunikation und Navigation beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) hob die Bedeutung der präzisen Schiffslagebestimmung mit Backup-Positionierung hervor. Anschließend erläuterte Alexander Schöley vom Institut für Automatisierungstechnik der Universität Rostock die Herausforderun-gen zum automatisierten Manövrieren als entscheidender Schlüssel zur autonomen Binnen-schifffahrt.

Das Projekt DigitalSOW reiht sich in andere innovative Forschungsaktivitäten entlang der Spree-Oder-Wasserstraße ein. Jörg Zimmermann von der Alberding GmbH skizzierte Synergieeffekte zum laufenden mFUND-Projekt „AutonomSOW II“, das die Transportvorgänge auf Binnenwasserstraßen mittels einer Informationsplattform planbarer und effizienter gestalten will. Philip Michalk, Koordinator der Forschungsgruppe Verkehrslogistik an der Technischen Hochschule Wildau, stellte das EU-Projekt InterGreen-Nodes zur Entwicklung umweltfreundlicherer und multimodaler Lösungen für Häfen vor.

Das anschließende Get-together bot Gelegenheit für weiterführende Gespräche und Networking mit den Expertinnen und Experten. Erste Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen gemeinsam mit der neuen Versuchsträgerplattform Mitte des kommenden Jahres demonstriert werden.

Weitere Informationen zu DigitalSOW finden Sie unter www.digitalsow.de.